
Saturday July 08, 2006
Domain-Kiting - Kurzzeit Domaing-Testing durch Registrare
Bob Parsons, CEO des mit über 13 Millionen registrierten Domains weltgrößten Domainregistrars "GoDaddy", weist in seinem Online Blog auf ein interessantes Phänomen namens Domain-Kiting hin.
Nur Expertenkreisen bzw. registraren bekannt und auch vorbehalten ist die Möglichkeit, Domains innerhalb einer 5 tägigen Frist an die entsprechende Vergabestelle (Verisign) zurückgeben zu können, ohne dass dafür Kosten anfallen. Einzig das Verrechnungskonto des Registrars muss entsprechend gedeckt sein. Insbesondere DirectNic hat sich nun damit hervorgetan, unzählige Domains (darunter teilweise auch welche die potenzielle Markenrechtsverletzungen darstellen) innerhalb dieser Frist zu registrieren und gegen Ende der 5 Tage wieder zu an die Registry zurückzugeben.
Das "Business-Modell" beruht nun darauf, dass Type-In Traffic, d.h. Zugriffe auf Webseiten durch direkte Eingabe des Domainnames ein wichtiger Bestandteil des Traffics einer Domain sein kann. Insbesondere auch Typos d.h. Tippfehler können bei attraktiven Domainnamen zu sehr hohen Zugriffszahlen führen. Auf den kurzzeitig registrierten Domains wird dann entsprechend Werbung geschaltet. Innerhalb der 5 tägigen Frist wird dann sehr genau analysiert welcher Traffic auf den Domains generiert wurde. Ergibt sich bei einer Hochrechnung, dass abzüglich der Domainregistrirungsgebühren die Domain am Jahresende profitabel ist, wird die Domain behalten, andernfalls abgestoßen. Nachdem innerhalb der 5 tätigen Frist keinerlei Kosten anfallen, ist zudem jede Einnahme ein Reingewinn, selbst wenn sich die Domain bei einer dauerhaften Registrierung als nicht profitabel erweisen würde.
Im April wurden so von den 35 Millionen (!) Domainregistrierungen 33 Millionen wieder abgestoßen, (daran hatte DirectNic einen Anteil von 8 Millionen.), effektiver Zuwachs "nur" 2 Millionen Domains.
Einerseits erlaubt diese Praxis eine "Bereicherung" der derart handelden Registrare zum anderen stehen Domains, während der 5 Tagesfrist nicht zur Registrierung durch die Öffentlichkeit zur Verfügung.
Damit steht die ICANN neben dem sehr umstrittenen Verisign-Vertrag erneut unter Kritik, eine offizielle Stellungnahme steht seitens ICANN noch aus, obwohl das Problem schon seit Ende 2004 bekannt ist, jedoch immer größere Ausmaße annimmt.
Quelle: http://www.bobparsons.com/DomainKiting.html
( Jul 08 2006, 03:29:28 PM CEST )
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